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Pierre Bonnassie – Wikipedia
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2026-08-05 18:11:05
# Pierre Bonnassie – Wikipedia Pierre Bonnassie (* 24. November 1932 in Rignac; † 14. März 2005 in Toulouse) war ein französischer Mediävist, der am Beispiel Kataloniens eine Theorie des Übergangs zum Feudalismus entwickelte. Er lehrte an der Universität Toulouse-Le Mirail. Bonnassie besuchte Schulen in Paris und studierte Geschichte an der Universität Toulouse bis zur Dissertation 1973. Als Spezialist für Katalonien und Gesellschaften des Mittelmeers arbeitete er auch zur Bauernschaft im Hochmittelalter, zur Wirtschaft und ihrer Veränderung, zur Familie und zur Entstehung des Feudalismus. Er ist der Ansicht, dass das 11. Jahrhundert einen markanten Bruch in wenigen Jahrzehnten darstellte: In Katalonien trug das frühe Wirtschaftswachstum zur Zerstörung der öffentlichen Ordnung zwischen 1020 und 1060 und zur Bildung einer von den Milites (Ritter) auferlegten feudalen Gesellschaft bei. In Katalonien wurden die freien Bauern der Pyrenäen in dieser Zeit von schwer bewaffneten Räuberbanden zum Gehorsam und zur Ablieferung von Lebensmitteln gezwungen. Wer sich widersetzte, wurde umgebracht. Durch seine Habilitationsschrift, die er 1973 u. a. vor Georges Duby verteidigte, regte Bonnassie das Modell der „feudalen Mutation“ an, die gegen Ende der 1970er Jahre ausformuliert wurde. In wenigen Jahrzehnten hätten die Macht- und Siedlungsstrukturen eine tiefgreifende Transformation erfahren. Während Dominique Barthélemy die fundamentale Änderung anzweifelt, haben andere Untersuchungen sie für die südlichen Regionen bestätigt: für die Provence (Jean-Pierre Poly), Auvergne (Christian Lauranson-Rosaz) und Rouergue (Frédéric de Gournay). Hingewiesen wird auf die gesteigerte Rolle der Reiter/Ritter in militärischen Konflikten. Zusammengefasst wird die Theorie in Jean-Pierre Poly und Éric Bournazel: La mutation de l’an mil a-t-elle eu lieu ? Servage et chevalerie dans la France des Xe et XIe siècles; Paris 1980. Für seine Forschung erhielt er 1988 die katalanische Auszeichnung Creu de Sant Jordi. Deutsche Mediävisten sehen die Idee einer plötzlichen „Revolution“ oder „Mutation“ kritisch. Sie betonen, dass sozial-ökonomische und rechtliche Veränderungen im frühen Mittelalter eher graduell und vielgestaltig verliefen und nicht auf ein singuläres, zeitlich enges Ereignis zurückgehen. Die Britin Susan Reynolds hält den Feudalismus und seine Entstehung für eine spätere Rechtskonstruktion, weniger für einen realhistorischen Vorgang. Der Text ist unter der Lizenz „Creative-Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern und zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie einverstanden.
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